Herbarium MSB und Digitalisierung

Herbarium

Herbarium MSB

Herbar

© Carolin Bleese

Das 1991 gegründete Herbarium der LMU (Akronym: MSB) umfasst ca. 200.000 Gefäßpflanzen mit einem Schwerpunkt bei den Blütenpflanzen. Befindet sich in der Botanische Staatssammlung München

Bedeutendster Zugang war 1991 das Privatherbar von Prof. Dr. Dietrich Podlech mit ca. 100.000 Belegen. Seine Sammlung umfasst besonders Arten aus Afghanistan und Nordafrika sowie die Gattung Astragalus L. (Fabaceae) mit zahlreichen Typen. Weitere Zugänge gab es von PD Dr. Matthias Erben (Sammlungen aus dem Mediterrangebiet und Limonium). Wichtige neuere Zugänge waren die Herbarien von Dr. Bernhard Dickoré (Sammlungen aus der Himalaya-Region) und Prof. Dr. Helmut Freitag (Sammlungen aus Afghanistan und angrenzenden Ländern). MSB-Daten werden über JSTOR Global Plants, über Virtuelles Herbarium Deutschland und über GBIF bereitgestellt. Es sind bisher 1.371 der 200.000 Belege digitalisiert.

Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit

Zwischen 2004 und 2014 wurden 1.371 der 200.000 Exemplare aus dem MSB mit Unterstützung der Andrew W. Mellon Foundation digitalisiert, ursprünglich über die African Plants Initiative (API) und später über die Global Plants Initiative von JSTOR Plant Sciences. Sie sind zu finden bei JSTOR Global Plants, Virtuelles Herbarium Deutschland und GBIF. Ebenfalls enthalten sind digitale Exemplarbilder, die im Rahmen früherer Projekte entstanden sind, beispielsweise aus dem Projekt INFOCOMP (2000–2003), einem Projekt der deutschen Initiative BIOLOG (Biodiversity and Global Change), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde und die Digitalisierung von Typen der Compositae zum Ziel hatte. Die Daten werden von Mitarbeitern der Botanischen Staatssammlung München, Abteilung Gefäßpflanzen, gepflegt und erweitert. Hinweise auf Fehler jeglicher Art werden von der Redaktion sehr gerne entgegengenommen. Technische Unterstützung leistet die Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns, IT Center.

Scanning station

© Suvrat Kotagal

Im Jahr 2025 wurde ein groß angelegtes Digitalisierungsprojekt gestartet, dessen Ziel es ist, die 3.000.000 Exemplare der staatlichen botanischen Sammlung zu digitalisieren. Dies geschieht mithilfe von zwei Archivscannern (Fujifilm GFX 100) für die Digitalisierung von Makroobjekten mit einer Auflösung von 600 DPI und unter Mitwirkung mehrerer Studenten. Bis März 2026 wurden insgesamt fast 80.000 Exemplare gescannt und die Metadaten mithilfe von maschinell lernunterstützter Digitalisierung der Exemplare extrahiert.

Leihverkehr

Der Leihverkehr von MSB (siehe „loan regulations“) wird gemeinsam mit M (Botanische Staatssammlung München) abgewickelt. Wenn Sie Belege von MSB ausleihen möchten, erhalten Sie gegebenenfalls auch Belege von M. Haben Sie Ihren Ausleihwunsch an M gerichtet, erhalten Sie, falls vorhanden, auch Belege von MSB.

Leihregularien

  • Es wird an wissenschaftliche Institutionen, die sich mit botanischer Forschung beschäftigen, verliehen. Leihen werden nicht an Einzelpersonen getätigt.
  • Leihanfragen sollten per E-Mail getätigt werden und einen Forschungszweck enthalten.
  • Sollten Ihre Forschungen destruktive Methoden beinhalten, benötigen Sie eine besondere Erlaubnis unsere Kuratoren. Anfragen sollten direkt mit der Leihanfrage geschehen und Entscheidungen werden einzelfallabhängig getroffen.
  • Von der die Leihe erhaltende Institution wird erwartet, dass sie Verantwortung für sichere Verwahrung und Rückgabe übernimmt. Ausgeliehene Materialien dürfen nicht aus der Institution entfernt werden, an die sie ausgeliehen wurden.
  • Leihen werden normalerweise von 3 Monaten bis hin zu einem Jahr getätigt. Verlängerungen können erlaubt werden.
  • Aufgrund von steigenden Versandkosten können Einschränkungen hinsichtlich der Menge des auf einmal versendeten Materials vorkommen.
  • Jede zurückgesandte Sammlung muss mit gut lesbaren, mit dokumentenechter Tinte geschriebenen oder getippten, vorzugsweise kleinen, Beschriftungsetiketten versehen sein. alle zusätzlichen Informationen, die von Interesse für zukünftige Forschende sein können, inklusive Hinweise über entfernte Proben, sollten ebenfalls vorhanden sein.
  • Die verliehende Institution, Ludwig-Maximilians-Universität München, Herbarium MSB, muss in allen Publikationen oder anderen präsentireten Materialien, die Resultate zeigen, welche aufgrund der verliehenen Exemplare getroffen wurden, entsprechend anerkannt werden. Eine Kopie jeglicher Publikationen, die aufgrund des verliehenen Materials zustandegekommen ist, wird geschätzt.

Danksagung

The Elfriede and Franz Jakob Foundation is thanked for supporting research in the University Herbarium and Botanical Garden Munich.

Kontakt

Herbarium MSB
Ludwig-Maximilians-Universität München
Menzinger Straße 67
80638 München
Germany

Direktorin

Prof. Dr. Gudrun Kadereit
Phone: +49 89 17861-260
Fax: +49 89 172638
Email: G.Kadereit@lmu.de
Betreut durch die Kuratoren der Botanischen Staatssammlung München

Kuratorische Assistentin

Camila Uribe-Holguin
Phone: +49 89 17861-227
Email: c.uribe@lmu.de